Häufig gestellte Fragen – FAQ

Sollte gegen Noroviren ein vom RKI gelistetes, ein auf Virenbekämpfung geprüftes oder ein MNV-geprüftes Produkt verwendet werden?
Das Robert Koch Institut empfiehlt in Deutschland, dass bei Norovirus-Fällen viruzide Produkte verwendet werden. Diese müssen nach DVV/RKI mit entsprechender Wirksamkeit gelistet sein. Flächen und Instrumente können bei Norovirenbefall auch mit Produkten gereinigt werden, die nach EN 14474 auf Virenbekämpfung geprüft sind. Quelle: Empfehlung zur Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren. Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim Robert Koch-Institut (RKI) sowie des Fachausschusses „Virusdesinfektion“ der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und der Desinfektionsmittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2004; 47:62-66.
Was ist ein „Seifenfehler“?
Als „Seifenfehler“ versteht man die unvorteilhafte Kombination von Desinfektionsmitteln und Seifen. Wenn die Wirkstoffe beider Produkte (Kationen gegen Anionen) einander neutralisieren, kann es zu einer Verminderung oder einem Verlust der Reinigungs- bzw. Desinfektionswirkung kommen. Vor dem Einsatz von Reinigern ist also zu prüfen, ob die Produkte verträglich miteinander sind. Informationen dazu können die Hersteller geben.
Warum müssen patientennahe Flächen routinemäßig desinfiziert werden?
Patientennahe Flächen werden regelmäßig als Infektionsquelle identifiziert, da sie mit Erregern besiedelt sind. Daher ist die Flächendesinfektion ein Bestandteil des Multibarrierensystems zur Infektionsprävention. Zu reinigende Flächen werden nach Empfehlung des Robert Koch Instituts in Risikogruppen eingeteilt und entsprechend behandelt. Quelle: Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforsch -Gesundheitsschutz, 2004, 47:51–61.
Welche Patienten sollte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auf MRSA getestet werden?
Das Robert Koch Institut hat eine Handlungsempfehlung „zur Prävention und Kontrolle von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen“ ausgegeben. Es empfiehlt ein Screening (Nasenabstrich, ggfs. Rachenabstrich, Wunden- sowie Perinealabstrich) bei:
  • Patienten mit bekannter MRSA-Anamnese
  • Patienten aus Regionen/Einrichtungen mit bekannt hoher MRSA Prävalenz
  • Patienten mit einem stationären Krankenhausaufenthalt (> 3 Tage) in den zurückliegenden 12 Monaten
  • Patienten, die (beruflich) direkten Kontakt zu Tieren in der landwirtschaftlichen Tiermast (Schweine) haben
  • Patienten, die während eines stationären Aufenthaltes Kontakt zu MRSA-Trägern hatten (z. B. bei Unterbringung im selben Zimmer)
  • Patienten mit zwei oder mehr der nachfolgenden Risikofaktoren: chronische Pflegebedürftigkeit, Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten, liegende Katheter (z. B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde), Dialysepflicht, Hautulcus, Gangrän, chronische Wunden, tiefe Weichteilinfektionen, Brandverletzungen.
Quelle: Mitteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am RKI. Empfehlung zur Prävention und Kontrolle von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsblatt -Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 1999, 42: 954–958.
Ist Basishygiene bei ESBL-Bakterien ausreichend?
Unterschiedlich. ESBL-Bakterien sind Enterobakterien. Sie können Enzyme bilden, sogenannte Beta-Lactamasen. Die Bakterien sind unempfindlich gegenüber eine Vielzahl von Antibiotika. Die zu ergreifenden Hygienemaßnahmen hängen vom Resistenzmuster des Erregers sowie der Risikosituation des Patienten ab. Entweder reicht die Basishygiene oder aber gezielte Maßnahmen wie Barrierepflege oder Isolierung kommen hinzu. Quelle: Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1311–1354.
Was besagt der Ein-Stunden-Wert der Flächendesinfektion?
Beim Ein-Stunden-Wert handelt es sich um den Verdünnungs- bzw. Konzentrationswert, der seine Wirkung nach einer Stunde Einwirkzeit entfaltet. Insbesondere in hohen Risikobereichen findet dieser Wert Anwendung. Der VAH e.V. empfiehlt die Einhaltung des Ein-Stunden-Werts zum Beispiel bei der prophylaktischen Flächendesinfektion. Die Fläche darf während der einstündigen Einwirkzeit wieder genutzt werden, sobald das Desinfektionsmittel angetrocknet ist. Dann sind die meisten Mikroorganismen abgestorben. Es gibt aber auch Ausnahmen, in denen die Einwirkzeiten komplett eingehalten werden müssen. Quelle: Anwendungshinweise. Fragen und Antworten zu Maßnahmen der Antiseptik und der chemischen Desinfektion. VAH Verbund für Angewandte Hygiene e.V. Desinfektionsmittel-Kommission, 2012.
Bei welchen Eingriffen muss in der Zahnarztpraxis eine sterile Berufskleidung bzw. sterile Abdeckung des Patienten erfolgen?
Bei allen zahnärztlich-chirurgischen/ oralchirurgischen Eingriffen mit nachfolgendem speicheldichten Wundverschluss sowie bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko empfiehlt das Robert Koch Institut das Tragen von sterilen Handschuhen. Quelle: Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene. Mitteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsblatt 2006, 49:375-–394
Sind Zellstofftupfer und Hautantiseptikum ausreichend, um vor einer Blutabnahme die verwendete Hautstelle zu desinfizieren?
Ja. Bei der Blutabnahme empfiehlt das Robert Koch Institut keimarme Tupfer. Das heißt, sie müssen nicht steril sein. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2011, 54:1135–1144.
Wie kann garantiert werden, dass der Arbeitgeber eine dem Hygieneplan entsprechenden Dienstkleidung für das Personal in Altenpflegeheimen stellt?
Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes durchzuführen. Der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ gibt an, dass persönliche Schutzausrüstung für den Arbeitnehmer der Gefährdungsstufe entsprechend zur Verfügung gestellt werden muss. Der Arbeitnehmer wiederum ist verpflichtet, die Schutzkleidung zu tragen. Quelle: Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250, Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250), Ausgabe: November 2003, zuletzt geändert und ergänzt: GMBl Nr. 15-20 vom 25. April 2012, S. 380-382.
Muss die Gummisepte einer Infusionsflasche desinfiziert werden, bevor eine Infusion zubereitet wird?
Ja. Sofern die Infusionsflaschen nicht steril sind, müssen sie vor dem Einführen der Kanüle mit einem alkoholischen Mittel gereinigt werden. Das Robert Koch Institut gibt an, dass für diesen Zweck auch alkoholische Hautdesinfektionsmittel verwendet werden können. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2011, 54:1135–1144.
Dürfen abgelaufene Desinfektionsmittel im Hausmüll entsorgt werden?
Nein. Desinfektionsmittel mit überschrittenem Haltbarkeitsdatum müssen durch einen Entsorgungsbetrieb entsorgt werden. Es handelt sich dabei um Schadstoffe, die für Menschen und ihre Umwelt gefährlich werden können. Festgelegt sind die entsprechenden Verordnungen im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz.
Muss nach einer Instrumentendesinfektion mit abschließender Sterilisation noch ein viruzid wirksames Desinfektionsmittel verwendet werden?
Nein. Sofern die Instrumente nach der Desinfektion sterilisiert wurden, ist ein bakterizid und begrenzt viruzides Desinfektionsmittel ausreichend. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten., Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1244–1310.
Müssen nach jedem geschriebenen EKG die Elektroden desinfiziert werden?
Ja. Nach den KRINKO-Empfehlungen zur Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten werden EKG-Elektroden als unkritisch eingestuft. Das heißt, dass sie als Medizinprodukte nur mit intakter Haut in Berührung kommen. Nach dem Gebrauch werden die Elektroden gereinigt und desinfiziert. Die Herstellerangaben müssen dabei berücksichtigt werden. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1244–1310.
Ist die Verwendung von Kittelflaschen in Bezug auf die Händehygiene sinnvoll?
Ja, in Studien konnte ein positiver Effekt bei der Verwendung von Kittelflaschen in Bezug auf die Compliance nachgewiesen werden. Die Gebinde sind mobil und die Hände können jederzeit der Situation entsprechend desinfiziert werden. Zwar wird hin und wieder bemängelt, dass die Desinfektionsflaschen mit kontaminierten Händen angefasst werden, wobei das bei korrekter Anwendung kein Problem darstellt. In der Regel werden die Hände erst nach dem Wegstecken der Kittelflasche desinfiziert.
Können antibiotika-resistente Erreger bei häufiger Händedesinfektion auch eine Unempfindlichkeit gegenüber Alkohol entwickeln?
Nein. Es gibt keine wissenschaftliche Literatur, die besagt, dass Alkohole Resistenzen auslösen können. Erklären lässt sich das mit der Wirkungsweise von Alkoholen. Alkohole haben eine unspezifische Wirkungsweise. Sie schädigen die äußere Zellmembran der Erreger, dringen ein und zerstören die innere Struktur. Das führt langfristig zum Verlust der Zellaktivität und zum Zelltod.
Darf der Gesetzgeber die Anwendung von bestimmten Produkten vorschreiben?
Ja. Das gilt im Falle einer Entseuchung, die behördlich angeordnet wird. Die Gesetzesgrundlage ist § 18 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG). Dann dürfen nur Mittel und Verfahren angewendet werden, die das Robert Koch Institut im Bundesgesundheitsblatt gelistet und empfohlen hat. Quelle: § 18 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Trocknet die Haut bei häufiger Händedesinfektion aus?
Reine Alkohole können die Haut austrocknen, denn bei jedem Waschvorgang werden der Haut Lipide (Fette) entzogen. Vor allem im Winter fühlen sich die Hände sehr trocken an. Wenn Händedesinfektionsmittel gut konzipiert werden, enthalten sie zusätzlich pflegende Substanzen. So trocknet die Haut selbst bei intensiver Verwendung des Produkts nicht aus. Dennoch sollten die Hände regelmäßig eingecremt werden, damit keine Wunden entstehen. Quellen: 1. Löffler H, Kampf G, Schmermund D, Maibach HI: How irritant is alcohol? Br J Dermatol 2007, 157(1):74-81. 2. Kramer A, Bernig T, Kampf G: Clinical double-blind trial on the dermal tolerance and user acceptability of six alcohol-based hand disinfectants for hygienic hand disinfection. J Hosp Infect 2002, 51(2):114-120. 3. Kampf G, Wigger-Alberti W, Schoder V, Wilhelm KP: Emollients in a propanol-based hand rub can significantly decrease irritant contact dermatitis. Contact Dermatitis 2005, 53:344-349.
Was bedeutet „Feuchtarbeit“?
„Feuchtarbeit“ ist ein Begriff aus dem Arbeitsschutz. Gemeint sind damit Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten regelmäßig mehr als zwei Stunden ihrer Arbeitszeit in einem so genannten feuchten Milieu ausführen. Dazu gehört das Tragen von feuchtigkeitsdichten Schutzhandschuhen, die Wärme oder Flüssigkeiten fernhalten oder eine häufige Reinigung der Hände. Die Feuchtigkeit beeinträchtigt die natürliche Schutzbarriere der Haut und kann zu unangenehmen Ekzemen oder Ausschlag führen. Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit sollten im Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung und eine Aufstellung geeigneter Schutzmaßnahmen erstellen. Dazu können folgende Maßnahmen gehören:
  • Wechsel von Feucht- und Trockenarbeit
  • Regelmäßige Hautpflege
  • Bereitstellung von Baumwollhandschuhen, die unter die Arbeitshandschuhe gezogen werden
  • Aufteilung der Feuchtarbeit auf möglichst viele Beschäftigte
  • Bewusste Reduktion des Händewaschens, um die Hautqualität nicht weiter zu beeinträchtigen
Was ist die Gebrauchszeit bei Desinfektionsmittellösungen?
Unter Gebrauchszeit versteht man die Haltbarkeit der Gebrauchslösung. In dem angegebenen Zeitraum ist die Wirksamkeit der Reinigungs- und/ oder Desinfektionsmittellösung nachgewiesen. Voraussetzung ist, dass die Lösung in der empfohlen Konzentration angesetzt wurde und im laut Herstellerangaben möglichen Zeitraum verwendet wird.
Was ist die Standzeit bei Desinfektionsmittellösungen?
Unter Standzeit versteht man die Haltbarkeit der unbenutzten Gebrauchslösung. In dem angegebenen Zeitraum ist die Wirksamkeit der Reinigungs- und/oder Desinfektionsmittellösung nachgewiesen. Voraussetzung ist, dass die Lösung in der empfohlen Konzentration angesetzt wurde und gemäß Herstellerangaben abgedeckt und unbenutzt stehen gelassen wird.
Vertragen sich Desinfektionsmittel und Reinigungsverstärker?
Nicht unbedingt. Desinfektionsmittel und Reinigungsverstärker sollten nicht miteinander vermischt werden. Falls Reinigungsverstärker zum Desinfektionsmittel hinzugegeben werden soll, muss beim Hersteller nachgefragt werden, ob die Wirkstoffe zusammen passen. Der Hersteller gibt die Vermischung frei, wenn die beiden Stoffe sich vertragen und sich nicht gegenseitig inaktivieren. Damit wäre dann möglicherweise die Desinfektionsleistung aufgehoben.
Kann die Produkteinwirkzeit verkürzt werden, wenn die Anwendung im Ultraschallbad erfolgt?
Nein. Ultraschallbäder unterstützen zwar die Reinigungsprozesse im medizinischen Bereich, aber darin können Keime auch nicht schneller abgetötet oder inaktiviert werden. Daher müssen die Einwirkzeiten und Konzentrationen gemäß VAH eingehalten werden.
Kann die Einsatzkonzentration von Desinfektionsmitteln mithilfe des Dreisatzes berechnet werden?
Nein. Mikroorganismen sterben nicht gleichmäßig ab und können daher nicht nach dem Dreisatz berechnet werden. Es sollten immer die vom Hersteller ausgewiesenen Einwirkzeiten und Konzentrationen beachtet werden.
Gibt es eine Übersicht für geeignete Produkte zur MRSA-Sanierung?
Nein. Derzeit gibt es im VAH (Verbund für angewandte Hygiene) keinen speziellen Bereich für antimikrobielle Körperwaschungen. Das Robert Koch Institut empfiehlt, dass MRSA-Patienten mit ausgewiesenen antibakteriellen Produkten behandelt werden. Quelle: Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 1999, 42: 954-958.
Müssen Tücher in Vliestuchspendern auf die im Raum eingesetzten Desinfektionswirkstoffe abgestimmt sein?
Ja, denn Untersuchungen haben ergeben, dass einige Tücher die Wirkung quartärer Ammoniumverbindungen (QAV) einschränken. Diese werden häufig zur Flächendesinfektion eingesetzt. Daher sollten im jeweiligen Raum nur die Vliestücher eingesetzt werden, die nicht zu einer Wirkstoffminderung von QAV-basierten Gebrauchslösungen führen. Quellen: 1. Bloß R, Meyer S, Kampf G. Adsorption of active ingredients of surface disinfectants depends on the type of fabric used for surface treatment., Journal of Hospital Infection 2010; 75:56-61.
Warum zählen Händedesinfektionsmittel in Deutschland zu Arzneimitteln?
Im Sinne des deutschen Arzneimittelgesetzes (AMG) zählen Desinfektionsmittel als Arzneimittel, wenn sie
  • So benannt sind und so aussehen, dass sie beim Verbraucher den Eindruck erwecken, dass sie für die Anwendung am menschlichen Körper geeignet sind
  • als Mittel bestimmt sind, das über Eigenschaften zur Heilung oder Linderung oder zur Verhütung von menschlichen Krankheiten oder Beschwerden verfügt
  • am Körper angewendet werden können, um Körperfunktionen zu beeinflussen, korrigieren oder wiederherzustellen
Weitere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen finden Sie in §2 Absatz 1 Nummer 1 AMG Hände- und Hautdesinfektionsmittel mit medizinischer Zweckbestimmung dürfen sich Arzneimittel nennen, wenn sie durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gründlich untersucht und zugelassen wurden. Alle Produkte ohne Arzneimittelzulassung dürfen im deutschen Gesundheitswesen nicht verwendet werden.
Ist es erforderlich, dass Bewohner in Pflegeeinrichtungen, die mit MRSA-Bakterien befallen sind, saniert werden?
Nein. Das Robert Koch Institut empfiehlt keine regelmäßige Abtötung von MRSA Erregern, die auf Bewohnern festgestellt werden. Der Sanierungsbedarf hängt immer vom individuellen Risiko sowie der epidemiologischen Situation in der Pflegeeinrichtung ab. Die Sanierung erfolgt entsprechend der ärztlichen Anweisung und wird mit als Arzneimittel deklarierten Desinfektionsmitteln durchgeführt. Quelle: Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 1999. 42: 954-958.
Müssen Hände nur in dem Zeitraum desinfiziert werden, wenn eine Wirksamkeit innerhalb von 15 Sekunden vom Hersteller angegeben ist?
Nein. Je nach Erreger können die Händedesinfektionsmittel ihre Wirksamkeit innerhalb von 15 Sekunden erreichen. Dennoch reicht dieser kurze Zeitraum in der klinischen Praxis nicht aus, um die Hände qualitativ hochwertig zu desinfizieren. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Robert Koch Institut empfehlen eine Einwirkzeit von 30 Sekunden, wenn eine hygienische Händedesinfektion durchgeführt wird. Quelle: Kampf, G. et al. Influence of rub-in technique on required application time and hand coverage in hygienic hand disinfection. BMC Infectious Diseases 2008, 8:149.
Wann muss die Einwirkzeit von Flächendesinfektionsmittel genau eingehalten werden?
  • Bei Flächen, die mit Wasser nachgespült werden, z.B. Badewanne, Spüle
  • Bei Desinfektionsmaßnahmen, für die vom Robert Koch Institut gelistete Produkte eingesetzt werden müssen, z.B. im Seuchenfall
  • Bei Desinfektion, die verhindern soll, dass Keime von der Fläche in den menschlichen Körper gelangen, z.B. über Wunden
Dürfen Ärzte und Pflegekräfte Nagellack bzw. Nagelgel verwenden?
Nein. Das Robert Koch Institut empfiehlt zunächst, gegelte Fingernägel mit lackierten Fingernägeln gleichzusetzen. In Risikobereichen sind beide Dekorationen daher untersagt. Personen, die Patienten pflegen und behandeln, sollten auf lackierte und gegelte Nägel verzichten, weil Verschmutzungen unter Umständen nicht sichtbar sind und möglicherweise eine notwendige Entfernung unterbleibt. Quelle: Robert Koch-Institut FAQ „Welche Risiken gibt es bei lackierten Nägeln?“
Wie lange sind Händedesinfektionsmittel haltbar, die im Originalbehälter bei unverschlossenem Deckel aufbewahrt werden?
Die Haltbarkeit von Händedesinfektionsmitteln beträgt 12 Monate. Bedingung ist, dass der Behälter nach der Öffnung stets wieder fest verschlossen wird. Werden die Behälter nicht fest verschlossen, reduziert sich die Haltbarkeit von alkoholischen Händedesinfektionsmitteln auf 6 Monate. Dies gilt auch für Händedesinfektionsmittel, die in Spender umgefüllt wurden.
Warum muss bei Originalflaschen von Händedesinfektionsmitteln immer das Anbruchsdatum vermerkt werden?
In Deutschland zählen Hände- und Hautdesinfektionsmittel zu den Arzneimitteln. §11, Absatz 1, Satz 1, Nr. 6b des deutschen Arzneimittelgesetzes gibt an, dass die Packungsbeilage oder das Rückseitenetikett der Originalverpackung eine „Angabe zur Haltbarkeit nach Öffnen des Behältnisses“ enthalten muss. Die entsprechende Haltbarkeitsdauer wird immer durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft und zugelassen. Die Aufbrauchszeit ist dabei meist deutlich kürzer als die Haltbarkeitszeit. Händedesinfektionsmittel dürfen bis zu 12 Monate nach Anbruch verwendet werden. Werden die Desinfektionsmittel in Spender umgefüllt, sind sie nur 6 Monate nutzbar.
Muss die Einwirkzeit eingehalten werden, wenn nach der Operation eines MRSA-Patienten eine Schlussdesinfektion erfolgt?
Ja, bei einer Schlussdesinfektion ist die angegebene Einwirkzeit einzuhalten. Daher sollten Eingriffe an MRSA-Patienten erst am Ende eines Operationsprogramms durchgeführt werden. Unmittelbar nach dem Eingriff sollten Reinigungsmaßnahmen entsprechend der Richtlinie für Krankenhaus-hygiene und Infektionsprävention erfolgen. Ein Konzept für die Flächendesinfektion bei multiresistenten Keimen (z.B. MRSA) existiert bislang nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene schreibt in der „Umsetzung der MRSA-Empfehlung“ der KRINKO bzgl. der Desinfektion folgendes. „Bei wahrscheinlicher Freisetzung von MRSA während der OP in die Umgebung wird die desinfizierende Zwischenreinigung auf das patientennahe Umfeld ausgedehnt (Fußboden, keine Wände). Das Trocknen des Desinfektionsmittels ist vor Richten der neuen OP abzuwarten“. Quelle: Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 1999. 42: 954–958.
Patienten mit multiresistenten Gram-negativen Erregern werden behandelt. Sollte das Pflegepersonal auch dann Einmalhandschuhe tragen, wenn der Kontakt mit Körperflüssigkeiten des Patienten auszuschließen ist?
Diese Entscheidung hängt maßgeblich von der Resistenz des multiresistenten Erregers ab. Falls vom Robert Koch Institut Isolierungsmaßnahmen für den Patienten empfohlen werden, sollten Handschuhe bei jeglichem Kontakt mit dem Patienten oder möglicherweise kontaminierten Oberflächen getragen werden. Quelle: Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1311–1354.
Sollte bei Ausbruch eines multiresistenten Erregers unbedingt ein Personalscreening gemacht werden, obwohl eine Sanierung nahezu ausgeschlossen ist?
Nicht unbedingt. Die Dringlichkeit des Personalscreenings hängt von der Risikobewertung der Patienten vor Ort ab. Ein Hygieneverantwortlicher muss die Situation analysieren und entscheiden, ob ein Personalscreening erforderlich ist. In der Regel wird es erst dann angeordnet, wenn es immer wieder zu neuen Infektionen kommt, deren Quelle unbekannt ist.
Muss die Haut von Patienten mit clostridium difficile-Infektionen vor einer Operation speziell antiseptisch gemacht werden?
Nein. Diese Darmbakterien gehören zu den bakteriellen Sporenbildnern. Gegen Sporen gibt es keine Hautantiseptika. Für diese Patienten gelten also die allgemeinen Richtlinien zur Operationsvorbereitung. Es ist eine gründliche Hautantiseptik der Haut im Operationsgebiet mit einem geprüften und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassenen Antiseptikum unter Einhaltung der angegebenen Einwirkzeit durchzuführen. Quellen: 1. Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2000, 43:644–648. 2. Prävention postoperativer Infektionen im Operationsgebiet Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2007, 50:377-39
Welche Hygienemaßnahmen müssen ergriffen werden, wenn Patienten mit multiresistenten Gram-negativen Erregern eine Resistenz gegenüber drei bzw. vier Antibiotikagruppen aufweisen?
Die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen unterscheiden sich je nach Resistenzprofil und Bereich, z. B. Risikopatienten. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) vom Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt die Einhaltung der Basishygiene für Patienten mit multiresistenten Gram-negativen Stäbchen mit Resistenz gegen drei von vier Antibiotikagruppen, sofern sie sich auf Normalstationen befinden. Für besondere Risikobereiche wie die Neonatologie sollten darüber hinaus gehende Hygienemaßnahmen ergriffen werden. Näheres dazu findet man in den entsprechenden Empfehlungen. Sofern Patienten multiresistente Gram-negative Stäbchen mit Resistenz gegen alle vier Antibiotika aufweisen (Panresistenz) sind spezielle Hygienemaßnahmen erforderlich. Zusätzlich zur Basishygiene müssen Patienten isoliert und ggfs. durch speziell geschultes Personal versorgt werden. Quelle: Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1311–1354
Unser verwendetes Händedesinfektionsmittel ist ein Biozid-Produkt. Was bedeutet das?
Händedesinfektionsmittel, die sogenannte alte Wirkstoffe beinhalten, können bis 2024 bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kostenfrei als Biozid-Produkt angemeldet werden. Das Produkt erhält dann eine Kennnummer und wird bei der BAuA hinterlegt. Es finden keine Prüfungen hinsichtlich der Qualität, Wirkung und Unbedenklichkeit statt. Will ein Produzent sein Händedesinfektionsmittel als Arzneimittel zulassen, wendet es sich an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). In einem aufwändigen Zulassungsverfahren werden Qualität, Wirkung und Unbedenklichkeit regelmäßig geprüft. Händedesinfektionsmittel, die in deutschen Gesundheitseinrichtungen professionell verwendet werden, müssen daher als Arzneimittel zugelassen sein.
Soll im Umgang mit Patienten, die eine clostridium difficile-Infektion haben, zusätzlich zur Händedesinfektion auch Händewaschen erfolgen?
Das stimmt. Eine Kombination der beiden Verfahren erhöht die Chance, das Darmbakterium clostridium difficile abzutöten. Diese Bakterien gehören zu den bakteriellen Sporenbildnern. Alkoholische Händedesinfektionsmittel wirken nur gegen vegetative Zellformen, aber nicht gegen Bakteriensporen. Das Robert Koch Institut empfiehlt daher, zunächst eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen und anschließend gründlich Hände zu waschen, damit die auf der Haut befindlichen Sporen durch den Wasch- und Reibvorgang entfernt werden. Quelle: Clostridium difficile, RKI-Ratgeber für Ärzte, Herausgeber: Robert Koch-Institut, 2011
Hat die CLP-Verordnung einen Einfluss auf die Verwendung von Flächendesinfektionsmitteln?
Ja. CLP steht für „Classification, Labelling and Packaging“ und bedeutet übersetzt „Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen“. Bis spätestens Juni 2015 müssen Gefahrstoffe in Flächendesinfektionsmitteln darauf deklariert werden. Mit der EU-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 – der CLP Verordnung – passt sich das europäische System weltweit geltenden Vereinbarungen zur Kennzeichnung von Chemikalien an. Mit der Vereinheitlichung des Kennzeichnungssystems sollen die länderspezifischen Unterschiede in der Einstufung von Gefahrenklassen aufgehoben werden. Flächendesinfektionsmittel sind Biozide. Damit unterliegen sie der CLP-Verordnung. Bis zum 1. Juni 2015 müssen die Etiketten und Sicherheitsdatenblätter sämtlicher Produkte der EU-Verordnung angepasst werden.
Warum enthalten Hände-Desinfektionsmittel Farb- und Duftstoffe?
Farb- und Duftstoffe in alkoholischen Hände-Desinfektionsmitteln haben keinen Einfluss auf deren Wirksamkeit, weder positiv noch negativ. Ein angenehm empfundener Duft kann allerdings helfen, Menschen von dem medizinischen Nutzen des Desinfektionsmittels zu überzeugen. Aufgrund des Sensibilisierungsrisikos durch die zugesetzten Duft- und Farbstoffe werden mittlerweile allerdings zunehmen Empfehlungen ausgesprochen, duftstoff- und farbstofffreie Produkte zu verwenden.
Dürfen Schwangere und stillende Frauen ohne Einschränkung alkoholische Hände-Desinfektionsmittel und Haut-Antiseptika verwenden?
Ja, wenn die Hände-Desinfektionsmittel und Haut-Antiseptika ordnungsgemäß verwendet werden. Derzeit sind keine Risiken bekannt. Die Zusammensetzung der Produkte ist so gestaltet, dass die aus der Desinfektion resultierende Alkoholkonzentration im Blut unbedenklich ist. Dennoch sollten Hände-Desinfektionsmittel und Antiseptika im privaten Haushalt nur zielgerichtet angewendet werden. Sollte eine stillende Frau vor dem Stillen Antiseptika verwenden sollen, ist dies mit dem Arzt abzusprechen.
Muss bei bestehender Schwangerschaft in Bezug auf Flächen- und Instrumentendesinfektion etwas besonders beachtet werden?
Wichtig ist, dass die Produkte gemäß der Informationen der Sicherheitsdatenblätter (SIDA) verwendet werden. Dann kann eine Gefährdung von Schwangeren vermieden werden. Es gibt eine „Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz“ (MuSchArbV), die untersagt, dass Schwangere mit giftigen und gesundheitsschädlichen oder chronisch schädigenden Gefahrstoffen arbeiten dürfen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) überschritten wird. Sobald der Grenzwert überschritten wird, besteht ein Beschäftigungsverbot für die Schwangere. Anhand der jeweiligen SIDA sind alle gefahrstoffrechtlichen Informationen zu Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln der Assindia Produkte im Internet zu finden. Regelmäßige Belüftung (Stoßlüften) kann verhindern, dass der Grenzwert erreicht wird. Quellen: 1. Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz vom 15. April 1997 (BGBl. I S. 782), zuletzt geändert durch Artikel 5 Absatz 8 der Verordnung vom 26. November 2010 (BGBl. I S. 1643) - http://www.gesetze-im-internet.de (Stand Februar 2015). 2. Richtlinie 92/85/EWG des Rates vom 19. Oktober 1992 über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes von schwangeren Arbeitnehmerinnen, Wöchnerinnen und stillenden Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz (zehnte Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG) - http://eur-lex.europa.eu (Stand Februar 2015).
Sind Flächendesinfektionsmittel auch bei kälteren Temperaturen problemlos verwendbar?
Nein. Einige Desinfektionsmittel wirken bei Temperaturen unter 10°C deutlich langsamer. Das bezeichnet man als „Kältefehler“. Durch längere Einwirkzeiten des Desinfektionsmittels oder eine höhere Dosierung kann dem entgegengewirkt werden. Als Richtwert gilt, dass bei Temperaturen von 10-15°C die Konzentration verdoppelt und bei Temperaturen von 1-10°C sogar verdreifacht werden sollte. Bei Desinfektionsmitteln, die in wässrigen Lösungen verwendet werden, kann bei sehr geringen Temperaturen eine Frostschicht entstehen. Hier ist anzunehmen, dass die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels extrem eingeschränkt ist. Quelle: Wallhäußers Praxis der Sterilisation, Desinfektion, Antiseptik und Konservierung, 2008, S. 169.
Kann man erkennen, ob ein Händedesinfektionsmittel oder Hautantiseptikum als Arzneimittel zugelassen ist?
Ja. Denn alle in Deutschland zugelassenen Arzneimittel verfügen über eine Zulassungsnummer. Diese wird direkt auf das Etikett oder die Verpackung des Produktes gedruckt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist dafür zuständig. Quelle: http://www.bfarm.de
Ist ein MRSA-Screening für künftige Bewohner einer Pflegeeinrichtung vor deren Einzug erforderlich?
Nein. Die Übertragungsrate von MRSA ist in Pflegeheimen laut Robert Koch Institut deutlich geringer als in Krankenhäusern. Daher sollte nur bei häufigem Auftreten von MRSA-Infektionen ein Screening der Bewohner durchgeführt werden. Quelle: 1. Infektionsprävention in Heimen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2005, 48:1061-1080. 2. Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 1999. 42: 954–958.
Dürfen Besucher eines MRSA-befallenen Patienten ohne Hygienemaßnahmen das Zimmer betreten?
Nein. In Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen sollen die Besucher nach Angaben des Robert Koch Instituts dazu angehalten werden, notwendige Schutzmaßnahmen zur Prävention gegen die Weiterverbreitung von MRSA auszuführen. Dazu gehören das Tragen eines Schutzkittels, eines Mund-Nasen-Schutzes sowie die Durchführung einer hygienischen Händedesinfektion. Das Personal ist für die Information der Besucher zuständig. Quelle: Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 1999. 42: 954-958.
Darf mit jeder Art von Handschuhen Flächendesinfektionsmittel angesetzt werden?
Nein. Das zum Produkte gehörende Sicherheitsdatenblatt informiert über die Voraussetzungen zur Verwendung des Flächendesinfektionsmittels. Je nach Anforderung müssen die Schutzhandschuhe ausgewählt werden. Das liegt daran, dass beim Umgang mit einigen Desinfektionsmitteln gewährleistet sein muss, dass der Verwendet nicht in Kontakt mit Labor-Chemikalien kommt. Die Angaben zu den Flächendesinfektionsmitteln und den erforderlichen Schutzhandschuhen sollten gut sichtbar in einem Handschuhplan vermerkt und den Mitarbeitern zugänglich sein.
Gibt es besondere Anforderungen an die Schlussdesinfektion eines Patientenzimmers bei Pseudomonas aeruginosa?
Pseudomonas aeruginosa ist ein Bakterium, das bevorzugt Nassbereiche besiedelt. Die Schlussdesinfektion erstreckt sich über alle patientennahe Oberflächen und Gegenstände. Insbesondere Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt sollten behandelt werden. Das konkrete Ausmaß der Reinigungsmaßnahmen wird bestimmt durch Empfehlungen des Robert Koch Instituts und richtet sich nach dem Erreger und anderen Randbedingungen. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt 2004,  47:51-61.
Gibt es Instrumentendesinfektionsmittel, bei denen ein Nachspülen erforderlich ist?
Ja. Das Robert Koch Institut empfiehlt sowohl bei der manuellen als auch maschinellen Wiederaufbereitung von Instrumenten ein intensives Nachspülen. Damit soll verhindert werden, dass Rückstände von Desinfektionsmitteln an den Instrumenten verbleiben und gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen. Weiterführende Informationen enthält die dazugehörige KRINKO-Empfehlung. Quelle: Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1244–1310.
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